Teil X: Hammâmîzâde İsmâil Dede Efendi

Sultanahmet, Dienstag 24 Dezember 2013 - 21:03:00



Hammâmîzâde İsmâil Dede Efendi wurde am 9 Januar 1778 in Konstantinopel, der damaligen Hauptstadt des Osmanischen Reiches geboren. Ismails Vater betrieb ein kleines türkisches Hamam. Da es im Osmanisches Reich zur dieser Zeit noch keine Nachnahmen gab wurden die Menschen mit Spitznamen identifiziert - meistens bezogen sich die Spitznamen auf den ausgebübten Beruf. Daher kommt sein Beiname Hammamizade, Meister des Hamams!

Kurz am Rande: Nachnamen haben die Türken erst nach der Nachnamens-Reform vom 21. Juni 1934 unter Mustafa Kemal Atatük, dem Gründervater der modernen türkischen Republik.Obwohl es heute in der Türkei Nachnamen gibt, ist die Tradition mit den Spitznamen geblieben. Mein Opa war Gewährbauer und Reparateur. Sein Spitzname lautet daher tüfekci Ismail und sein Bruder tüfekci Cemil. Wenn ich also in der Türkei bin und mich die Leute fragen wessen Enkel ich sei, sage ich zunächst Ismail. Nachdem ich jedoch die Fragezeichen in den Gesichtern der Leute sehe lege ich im Nachgang tüfekci bei, dann erst kommt das: aaaaaaaahhh!


Hammâmîzâde İsmâil Dede Efendi (1778- 1846)



Ottoman Turkish Music: Ferahfeza Saz Semai by Dede Efendi *1778


Ismail entscheidet sich für die Musik

Während seiner schulischen Laufbahn, entdeckte Ismails Grundschullehrer seine schön und zart klingende Stimme. Er wurde zum Chorführer, ilahicibasi ernannt. Der achtjährige Ismail entschied sich für die Musik und erhielt eine Ausbildung von namhaften Lehrern wie Uncuzade Mehmed Efendi, Ali Nutki Dede und Abdulbaki Nasir im Yenikapi Mevlihanesi, einem Versammlungsort des Mevlevi Ordens der Sufis. Von Nutki Dede lernte er die Ney zu spielen. Durch seine neuen Kompositionen wie "Zülfündedir benim baht-ı siyahım" durfte er sogar bei den Fasil-Abenden im Topkapi Palast auftreten.


Zülfündedir Benim Baht ı Siyahım by Dede Efendi * 1778 Performer: Bekir Sıdkı Sezgin


Sultan Selim III., selbst ein wichtiger Komponist seiner Zeit, mochte Ismail sehr. Sultan Selim III. stellte Ismail 1799 im Palast als Hofmusiker ein und verlieh ihm den Titel Dede Efendi. Ismail Dede Efendi profitierte hier auch von Sultan Selims III. hervorragenden Begabungen und Kompositionen für die türkische Musik. Im Jahre 1802 heiratete er eine Frau aus dem Osmanischen Hof. Nachdem 1808 Selim III. durch Intrigen der Janitscharen und seinem damit logischen Thronfolger, zugleich auch Cousin, Sultan Mustafa IV. ermordet wurde, musste Dede Efendi den Palast verlassen. Während seiner knapp einjährigen Herrschaft verbannte der schwache Sultan Mustafa IV. die Musik und die Fasil-Abende aus dem Palast. Nachdem unter wirren Zuständen Sultan Mahmud II. den Thron bestieg kehrte die Musik und damit auch Dede Efendi wieder zurück in den Topkapi Palast zurück. Unter Mahmud II. blühte Dede Efendi erst richtig auf. Im Jahre 1839 komponierte er sein Meisterwerk Fehrafeza Ayini. Doch unter Sultan Abdulmecid I. wurde die türkische Musik mehr und mehr durch die europäische Musik verdrängt. Abdulmecid liebte die europäische Musik, Mode und alles Drumherum. Dede Efendi entschied sich daraufhin aus dem Palast auszuscheiden und eine Pilgerriese nach Mekka anzutreten. Nachdem er in Mekka ankam starb er in Mina an den Folgen seiner Cholera-Erkrankung. Sein Grab befindet sich heute in Mekka.

Sein Vermächtnis sind hunderte von Kompositionen für den Mevlevi-Orden und den religiösen Zeremonien.


Ottoman Sufi Songs - Yüzündür cihanı by Hammamizade İsmail Dede Efendi * 1778


Auch hunderte Kompositionen für die türkische Klassische Musik sind heute bekannt. Er war selbst Lehrer von Hamparum Limonciyan und Zekai Dede Efendi

Einige seiner Kompositionen

• Rast Semai Yine bir gülnihal aldı bu gönlümü
• Hicaz köçekçe Şu karşıki dağda bir yeşil çadır
• Rast Kar-ı Nev Gözümde daim hayali cânâ
• Hicaz Yürük Semai Yine neş'e-i Muhabbet etti dil-ü canım etti şeyda
• Hüzzam Yürük Semai Reh-i Aşkında edip kaddimi kütah gönül
• Ferahfeza Yürük Semai Bu gece ben yine bülbülleri hâmûş ettim
• Hicaz Semai Ey büt-i nev-edâ olmuşum müptelâ



Ottoman Music: Yine Bir Gülnihal by Hammamizade İsmail Dede Efendi * 1778



Turkish Mozart 18 th Century - Gönül durmaz su gibi çağlar by HI Dede Efendi *1778



Ottoman Music 18 th Century - Baharin zamani geldi by H. I. Dede Efendi* 1778



Ottoman Music 18 th Century - Bir Vefa Bir Çeşm-i Bidad by H. I. Dede Efendi* 1778




Quellen:

- [link]
- turk-ev.org.tr/DedeEfendi.asp
- Turk Turzim ve Kültür Bakanligi


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